Es gibt viele Anlässe und Situationen, warum Mütter ihre Frauenmilch für ihr Baby gelegentlich oder auch regelmäßig gewinnen möchten. Welche Gründe es dafür geben kann und wie man Muttermilch am besten gewinnen kann, erfahrt ihr im Folgenden.

Frauenmilch ist die beste Ernährung für Säuglinge! Denn ihre Zusammensetzung ist stets maßgeschneidert auf die Bedürfnisse des Babys ausgerichtet. Genau deshalb ist das Stillen ja so wichtig! Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlung an Mütter erneuert, ihr Baby sechs Monate lang ausschließlich zu stillen. Das bedeutet aber nicht, dass die stillende Mama nicht vom Baby weg gehen kann, oder die Mutter ausschließlich für die Ernährung des Babys zuständig sein muss. Denn es ist möglich, Muttermilch zu gewinnen damit das Baby die Milch bei Bedarf gefüttert werden kann.

Es gibt viele Gründe warum Babys nicht immer genau dann an der Brust trinken können, wenn sie Hunger haben oder eine Stillmahlzeit zu sich nehmen sollten. Dann ist es gut, auf einen Vorrat der eigenen Muttermilch zurückgreifen zu können. 

Deshalb kann die Gewinnung von Muttermilch wichtig sein

Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass Mütter ihre Frauenmilch gewinnen oder sich einen Vorrat davon fürs Baby anlegen. Hier einige Beispiele:

Für Frühgeborene: Muttermilch ist wegen ihrer darin enthaltenen wertvollen Nährstoffe und Antikörper für frühgeborene Babys besonders wichtig. Manche Winzlinge können aber nicht sofort an der Brust effektiv trinken, beispielsweise wenn ihre Saug- und Schluckreflexe noch unreif sind. Muttermilch sollten sie aber möglichst trotzdem bekommen. Außerdem trägt die Gewinnung der Muttermilch in diesen Fällen auch dazu bei, die Milchproduktion der Mutter zu stimulieren bzw. aufrechtzuerhalten, insbesondere in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt. Und auch, wenn das direkte Stillen (noch) nicht möglich ist, stärkt das Abpumpen der Milch dennoch die Bindung zwischen Mutter und Baby. Denn die Mutter spielt ja weiterhin eine aktive Rolle bei der Versorgung ihres Kindes!

Für Babys von Müttern mit Gestationsdiabetes: Damit diese Kinder direkt nach der Geburt ausreichend und vor allen Dingen ausschließlich Muttermilch bekommen können, lohnt es sich für diese Babys bereits am Ende der Schwangerschaft Muttermilch zu gewinnen. In kleinen, verschließbaren Spritzen eingefroren, lässt sich die wertvolle Anfangsnahrung problemlos in die Klinik mitnehmen. Der Vorrat an Kolostrum ist deshalb wichtig, weil diese Babys in besonderem Maße auf ausreichend Milch zur Aufrechterhaltung ihres Blutzuckerspiegels angewiesen sind. Oft haben diese Kinder anfänglich etwas mehr Schwierigkeiten mit dem Saugen an der Brust. Das vorher gewonnene Kolostrum hilft, diese anfängliche Hürde entspannt zu nehmen. Die Ernährung mit Muttermilch senkt für diese Kinder das Risiko, selbst an einem Diabetes zu erkranken deutlich. 

Aus medizinischen Gründen: Bei manchen Babys können auch andere Gründe als eine Frühgeburt vorliegen, warum sie nicht oder zeitweise nicht an der Brust saugen können. Manchmal sind Mutter und Baby auch wegen Krankheit, Krankenhausaufenthalt oder Operation voneinander getrennt. Trotzdem bleibt für die Gesundheit und Entwicklung des Kindes die nährstoffreiche Muttermilch bedeutsam. 

In einigen Fällen liegt die Notwendigkeit, Muttermilch abzupumpen oder auszustreichen, auch bei der Mutter. Bei einem Milchstau z.B. kann ihre Milch nicht vollständig abfließen, was mitunter zu Schwellungen und Schmerzen führt. Neben anderen Maßnahmen kann jetzt auch das Abpumpen bzw. Ausstreichen der Muttermilch helfen, den Stau aufzulösen – gerade wenn das Baby nicht ausreichend saugt oder die betroffene Brust ablehnt.

Zur Steigerung der Milchproduktion: Viele Mütter fragen sich, ob ihr Baby überhaupt genug Muttermilch bekommt. Das ist bestimmt der Fall, wenn du es regelmäßig anlegst, es munter saugt, die Brust anschließend von allein loslässt und einen satten, zufriedenen Eindruck macht, wenn es wöchentlich zunimmt und in Wachphasen aufmerksam ist. Bei nur etwa fünf Prozent aller Mütter gibt es tatsächliche medizinische Gründe für eine unzureichende Milchbildung (primäre Laktationsinsuffizienz). Etwas häufiger tritt die sogenannte sekundäre Laktationsinsuffizienz auf – also eine zu geringe Milchbildung etwa aufgrund von Stillfehlern oder dem Einsatz von Säuglingsersatznahrung parallel zum Stillen. 

Du kennst ja das Prinzip: Je häufiger das Baby gestillt wird, desto stärker wird die Milchproduktion angeregt. Hier bestimmt die Nachfrage das Angebot. Säuglinge leeren die Brust beim Stillen jedoch nie ganz, sondern meist nur zu zwei Drittel. Soll nun mehr Milchbildung angeregt werden, etwa weil dein Kind selbst zu wenig effektiv trinkt, so kann die Brust vorübergehend durch Abpumpen nach dem Stillen stärker entleert werden. Dann produziert sie auch bald mehr Milch. 

Wegen Rückkehr an den Arbeitsplatz: Einige Mütter stillen noch, wenn sie nach dem Mutterschutz oder der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz – und sei es auch nur in Teilzeit – zurückkehren. In dieser Zeit wird das Kind stundenweise von Angehörigen oder auch in einer Tageseinrichtung betreut. Die Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit ist der wohl häufigste Grund für die Gewinnung von Muttermilch. Es ermöglicht der Mutter, ihr Baby weiterhin mit diesem wertvollsten Nahrungsmittel zu versorgen, auch wenn sie nicht in der Nähe ist. Lies hier auch, welche Rechte am Arbeitsplatz stillende bzw. Muttermilch abpumpende Mütterhaben.  

Zur Teilung der Verantwortung: Ein Vorrat an gewonnener Muttermilch erlaubt es auch anderen Familienmitgliedern, etwa dem Partner bzw. der Partnerin oder anderen Vertrauenspersonen, aktiv an der Versorgung des Säuglings teilzuhaben. Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn die Mutter etwas mehr „Luft“ für Unternehmungen in der Freizeit wünscht oder aus anderen Gründen nicht zu jeder Stillmahlzeit verfügbar ist.

Vor allem hierzu mein Tipp: Das Fläschchen mit Muttermilch erhält das Kind nur, wenn die Mama nicht in der Nähe ist. Ansonsten gibt es die Brust! Mit dieser klaren Regel kommt das Baby nicht durcheinander und du verhinderst eine Saugverwirrung.

Zur Versorgung des Kindes in der Öffentlichkeit: Heute ist es kaum mehr ein Problem, wenn Mütter in der Öffentlichkeit ihre Kinder stillen. Das ist gut und richtig! Sie tun es im Restaurant, auf einer Bank im Park und im Stadtzentrum, in Geschäften oder an anderen Orten. Niemand sollte daran Anstoß nehmen. Einige Mütter fühlen sich aber trotzdem unwohl damit, in der Öffentlichkeit zu stillen. Deshalb ziehen sie es vor, ihr Kind aus dem angelegten Vorrat an Muttermilch mit dem Fläschchen zu versorgen, wenn sie unterwegs sind. 

Schon diese Beispiele zeigen, dass die Gewinnung von Muttermilch eine vielseitige Option ist, die Müttern Flexibilität und Kontrolle über ihre Stillroutine sowie ihren Babys die wertvollste Ernährung bietet. Dazu möchte ich betonen: Es gibt keine „richtigen“ oder „falschen“ Gründe dafür, sich einen Vorrat an Frauenmilch anzulegen, solange es für die Mutter und ihr Kind funktioniert und beide davon profitieren.

Um eigene Muttermilch zu gewinnen, kannst du deine Brust mit der Hand ausstreichen oder dafür eine Handpumpe bzw. eine elektrische Pumpe benutzen.

Das Ausstreichen der Muttermilch mit der Hand

Diese Technik ist vor allem zur Gewinnung des reichhaltigen, etwas dickflüssigen Kolostroms in den ersten Tagen nach der Geburt sinnvoll. Das Ausstreichen kann aber auch gut angewendet werden, wenn keine Milchpumpe zur Verfügung steht oder wenn eine sanftere und weniger technische Methode bevorzugt wird. 

Du kannst das händische Ausstreichen der Brust sowohl zur anfänglichen und später vermehrten Milchbildung anwenden als auch für den Fall, dass du zu viel Muttermilch hast. Sprich mit deiner Hebamme darüber, sie wird dich beim Ausstreichen unterstützen! Diese Methode hat mehrere Vorteile gegenüber dem Abpumpen: Du benötigst dafür keine weiteren Hilfsmittel, sondern nur einen Auffangbehälter, du kannst diese Technik überall anwenden, und außerdem werden dabei deine Brustwarzen nicht strapaziert. 

Hier nun eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ausstreichen von Muttermilch:

Bevor es losgeht: Wasche deine Hände gründlich mit Seife und warmem Wasser, um mögliche Keime zu entfernen. Trockne sie anschließend sorgfältig ab.

Entspanne dich: Suche dir ein ruhiges, bequemes Plätzchen, an dem du dich wohlfühlst. Entspannung ist wichtig für den Milchfluss.

Bereite die Brust vor: Du kannst sie etwas vorwärmen, dann fließt die Milch leichter. Verwende dafür ein warmes Handtuch oder eine warme (nicht: heiße!) Wärmflasche. 

Außerdem kannst du deine Brust zuvor auch massieren: Nimm sie zwischen deine Hände (erst von oben und unten, dann von links und rechts) und „rolle“ sie sanft zwischen deinen Händen. Anschließend streichst du mit zwei oder drei Fingern von den Brusträndern Richtung Brustwarze – und zwar rund um deine Brust quasi im Uhrzeigersinn. Triffst du dabei punktuell auf kleine Verhärtungen, so kannst du diese auch durch eine kleine kreisförmige Massage lösen. Jetzt ist die Brust für das Ausstreichen der Milch gut bereit. 

Die Rolle des Milchspendereflex: Wenn das Baby an der Brust saugt, bewirkt das Stillhormon Oxytozin, dass sich die Milchgänge weiten und die in den Milchbläschen gebildete und gespeicherte Muttermilch Richtung Brustwarze schießt. Gefördert durch die Nähe zum Kind – auch gedanklich –, setzt dieser Milchspendereflex auch durch das Ausstreichen (oder Abpumpen) von Muttermilch ein. Einige Mütter können den Reflex auch besser per Hand als mit einer Pumpe auslösen.  

Finde den richtigen Griff für das Ausstreichen der Milch: Platziere den Daumen oberhalb und deine Finger diagonal dazu unterhalb deiner Brustwarze. Positioniere alle Finger etwa 2 bis 3 Zentimeter von der Brustwarze entfernt, also quasi an den Rand des Vorhofes.

Drücke deine positionierten Finger und den Daumen nun so in die Brust hinein (also Richtung Brustwand), dass sich der Vorhof etwas spannt. Presse das Brustdrüsengewebe dann sanft zusammen und bewege deine Finger dabei Richtung Brustwarze (aber ohne diese „zusammenzukneifen“). Wende für die gesamte Technik wenig Kraft auf, denn es darf dir dabei nichts wehtun!

Wiederhole diesen Vorgang mehrmals. Der „richtige“ Griff wandert also mit oder gegen den Uhrzeigersinn rund um den Vorhof.

Fange die Milch auf in einem geeigneten sauberen Behälter. Dazu sowie zu ihrer Lagerung erfährst du hier mehr.

Das Ausstreichen von Muttermilch mit der Hand erfordert ein wenig Übung, aber mit Geduld und Ausdauer können die meisten Mütter auf diese Weise erfolgreich Muttermilch gewinnen. Du benötigst bis zu einer halben Stunde für eine komplette Stillmahlzeit. 

Das Abpumpen der Brust

Egal mit welcher Methode – für die Milchgewinnung solltest du immer deinen natürlichen Milchspendereflex auslösen. Dafür kannst du mit deinem Baby am besten Haut an Haut kuscheln. Ist das Kind nicht in deiner Nähe, kannst du am Duft seiner Kleidung schnuppern, intensiv an dein Kind denken, ein Foto oder Video von ihm betrachten. Auch das Streicheln deiner Brust, eine sanfte Brustmassage oder eine warme Brustkompresse können hilfreich sein. 

Für das Abpumpen der Muttermilch stehen dir im Prinzip zwei Gerätearten zur Verfügung: die Handpumpe oder die elektrische Milchpumpe.

Die Handpumpe wird manuell betrieben. Sie besteht im Prinzip aus einem Pumpenkolben, einem Brustaufsatz und einem Milchauffangbehälter. Um einen Unterdruck zu erzeugen, der die Milch aus der Brust in den Behälter zieht, drückst du den Kolben rhythmisch in deinem individuellen Tempo zusammen. Damit wird das Saugen des Kindes nachgeahmt. Handpumpen sind handlich, einfach zu bedienen und oft auch für unterwegs durchaus praktisch. Wenn du deine Frauenmilch nur hin und wieder abpumpen oder lediglich kleinere Mengen gewinnen möchtest, reicht eine gute Muttermilch-Handpumpe völlig aus. Benutze aber möglichst kein Modell mit einer Gummiball-Pumpe. Das kann nämlich die Brustwarzen verletzen und garantiert auch keine ausreichende Hygiene. Außerdem leert sich die Brust damit nicht effektiv genug. Auch bei Handmilchpumpen ist wichtig, dass sie sich gut an die Brust anschmiegen kann. Achte unbedingt darauf, dass der Aufsatz ergonomisch geformt ist.

Die elektrische Milchpumpe bietet sich an, wenn du regelmäßig abpumpen bzw. größere Mengen Milch gewinnen möchtest, vor allem bei der Vollversorgung des Säuglings mit Muttermilch übers Fläschchen. Diese sind auch dann gut geeignet, wenn die Milchmenge gesteigert werden soll, oder ein Milchstau oder eine Brustentzündung die zusätzliche Brustentleerung nötig machen. Hierzu gibt es Milchpumpenmodelle zur einseitigen Nutzung, mit denen du wechselseitig die Brust abpumpen kannst. Das benötigt allerdings mehr Zeit als die Nutzung einer Doppelmilchpumpe zum gleichzeitigen beidseitigen Abpumpen. Nachweislich kann mit der Doppelmilchpumpe auch mehr Milch gewonnen werden. Außerdem nimmt der Vorgang weniger Zeit in Anspruch: etwa 15 – 20  Minuten für eine komplette Stillmahlzeit. Für alle Einsatzbereiche praktisch ist die Doppelmilchpumpe, die Auffangschalen für die Muttermilch haben. Besonders in Situationen, in denen die Mutter oft und viel Muttermilch für das Baby abpumpen möchte, ist ein „hands-free-Modell“ super praktisch.

Viele dieser Milchpumpen verfügen über eine Technologie, mit der du anfänglich eine Stimulationsphase einstellen und – sobald deine Milch fließt – dann in den Abpumpmodus wechseln kannst. In gewisser Weise wird damit das Trinkverhalten des Babys nachgeahmt. Die Intensität im Abpumpmodus ist stufenweise regelbar. Jede Mutter muss durch langsame und schrittweise Steigerung der Sogleistung dann selbst herausfinden, welche höchste Pumpeinstellung für sie noch okay ist. Schmerzen solltest du dabei nicht empfinden.  

Eine elektrische Milchpumpe muss nicht unbedingt selbst angeschafft werden, wenn ein medizinischer Grund vorliegt, oder der Einsatz nur für wenige Tage geplant ist. Viele Apotheken bieten Milchpumpen zum Ausleihen an. Die Leihgebühr für die Milchpumpe und das benötigte Zubehörset wird, wenn es ärztlich verordnet ist,  von der Krankenkasse bezahlt.

Alle verwendeten Milchpumpen müssen nach jeder Nutzung immer sorgfältig genau nach Gebrauchsanweisung gereinigt werden!

Ansonsten gilt für das Abpumpen: Wasche dir auch dafür vorher sorgfältig die Hände, benutze nur gut gereinigtes und trockenes Pumpenmaterial sowie unbedingt eine für deine Größe passende Brusthaube. Dieser Trichter darf weder zu klein sein (damit die Brustwarze nicht an die Trichterwand stößt) noch zu groß ausfallen (damit kein Brustgewebe mit eingesogen wird).  Spüle deine Brust lediglich mit klarem Wasser ab und tupfe sie trocken, bevor du die Brusthaube(n) aufsetzt.

Sorge außerdem für ein ruhiges Plätzchen, an dem du entspannt sitzen kannst. Viele Frauen bevorzugen dafür einen Sessel, der sowohl ihren Rücken als auch die Arme stützt. Manche Mütter tragen auch einen speziellen Abpump-BH, der ihren Händen jede Freiheit lässt. 

Lege dir an deinem Platz außerdem alles zurecht, was du sonst noch benötigst – Flaschen oder Aufbewahrungsbeutel für deine Milch, ein Getränk (viel trinken ist wichtig!) und vielleicht etwas zu knabbern für dich, möglicherweise ein Buch, das Handy oder die Fernbedienung für die Musikanlage oder den Fernsehapparat. Kurz: Mach es dir bequem und gemütlich! 

Mein Tipp: Und lass dich nicht entmutigen, wenn das Abpumpen nicht gleich so funktioniert, wie du es gedacht hast. Manchmal dauert es eine Weile, bis sich eine Mutter an den Vorgang gewöhnt hat. Nach meiner Erfahrung ist einigen Frauen auch allein schon die Vorstellung, sich von der Pumpe „melken“ zu lassen wie eine Kuh, bereits unangenehm. Auch solche Gedanken können den Milchfluss jedoch erschweren. Denke lieber daran, dass du auf diese Weise bestmöglich dafür sorgst, dass dein Kind die so wertvolle Muttermilch von dir erhält!  

Möglicherweise lässt du dich am Anfang auch von deiner Hebamme oder einer Stillberaterin ins Abpumpen einweisen. Mit ihrer Begleitung wirst du von Mal zu Mal sicherer (und noch entspannter) werden. Sie können dir auch bei der Wahl der Milchpumpe helfen. Gern kannst du auch mich in meiner online-Hebammenberatung kontaktieren. Zur Vorbereitung auf das Stilen deines Babys, aber für die perfekte Hilfe bei Stillproblemen ist der online-Kurs Stillen sehr geeignet. In der Videolektion über besondere Stillsituationen findest du wertvolle Tipps rund um die Milchgewinnung.

Die Häufigkeit des Abpumpens richten sich nach dem angestrebten Zweck. 

Milchpumpen zur Vollversorgung: Fütterst du deinen Säugling vom ersten Tag an ausschließlich mit abgepumpter Muttermilch aus der Flasche, so solltest du wie beim Stillen regelmäßig beide Seiten etwa alle zwei bis drei Stunden abpumpen. Zum Aufbau der Milchbildung ist mindestens achtmaliges Abpumpen am Tag für je 15-30 Minuten pro Brustseite sowie mindestens einmal in der Nacht nötig. Hat sich die Milchproduktion nach einigen Wochen eingespielt, reicht meist sechs- oder sogar fünfmaliges Abpumpen pro Tag und einmal in der Nacht, um sie aufrechtzuhalten. Lässt die Milchproduktion nach, pumpst du einfach wieder häufiger ab. 

Ich empfehle dir auch einen Abpump-Plan, denn deine Milchproduktion stellt sich auf diesen Rhythmus ein. 

Durchschnittliche Trinkmenge des Babys pro Mahlzeit

So viel Milch nimmt ein Säugling je nach Körpergewicht, „Trinkfreudigkeit“ und Hunger pro Mahlzeit in etwa zu sich:

  • am ersten Lebenstag bis zu etwa 5 – 10 ml 
  • am zweiten Lebenstag bis zu 10 – 30 ml Milch 
  • am dritten Lebenstag 20 – 50 ml Milch 
  • bis zum 6. Tag allmähliche Steigerung auf bis zu 80 ml 
  • zweite bis achte Lebenswoche: Steigerung auf bis zu 100 ml 
  • im dritten Lebensmonat: bis zu 130 ml 
  • im vierten Monat: bis zu 170 ml 
  • ab dem fünften Monat: bis zu 200 ml 

Bitte beachte, dass diese Zahlen nur Richtwerte sind. Kinder benötigen unterschiedlich viel Milch, um satt zu sein. Die Trinkmenge und die Trinkhäufigkeit schwankt bei Kindern auch innerhalb des Tages. Orientiere dich deshalb an deinem Baby. Es zeigt dir, wann es Zeit für die nächste Milchmahlzeit ist. Es zeigt dir auch, wann es satt ist.

Milchpumpen zur gelegentlichen Versorgung: Möchtest du deinem Kind nur ab und zu ein Fläschchen mit Muttermilch geben oder geben lassen, es aber ansonsten an der Brust stillen, so kannst du dir einen Milchvorrat aufbauen. Dafür kannst du z.B. die Restmilch abpumpen, nachdem du dein Kind gestillt hast. Das steigert zudem auch die Milchproduktion. Oder du gewinnst über den Tag verteilt kleinere Mengen (z.B. 50 ml). Manche Mütter pumpen auch etwa eine Stunde nach dem Stillen Milch ab, wenn ihr Baby einen relativ verlässlichen Trinkrhythmus entwickelt hat. Probiere einfach aus, was für dich und dein Kind am besten funktioniert. Dann sammelt sich mit der Zeit ein Vorrat an. Selbst wenn dein Baby sofort nach dem Pumpen Hunger hat, kannst du dein Baby anlegen und stillen. Denn für dein Baby hat deine Brust immer genügend Milch. 

Bei Erwerbstätigkeit: Viele Mütter arbeiten nach der Geburt z.B. in Teilzeit, möchten ihr Kind aber weiterhin stillen. Wenn dies aus verschiedenen Gründen „auf der Arbeit“ nicht möglich ist, legen sie sich vor der Wiederaufnahme der Arbeit zunächst einen Vorrat an Muttermilch an. Sind sie dann wieder erwerbstätig, so pumpen sie während der Arbeitszeit eine, zwei oder drei Milchmahlzeiten zur Aufrechterhaltung des Vorrates sowie der Milchproduktion ab, und bieten ihrem Kind außerhalb der Arbeitszeit ansonsten wie gewohnt die Brust.

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Katharina Jeschke

Katharina Jeschke

Gründerin von elternundbaby.com und Hebamme

Als Geburtshausleiterin, Hebamme und Mutter unterstütze ich Frauen dabei ihre Herausforderung während, vor und nach der Schwangerschaft besser zu bewältigen.

Um noch mehr Frauen zu erreichen, startete ich elternundbaby.com. Ich freue mich darauf, dich hier begrüßen zu dürfen.