Inzwischen ist die Geburt schon einige Tage vergangen. Dein Baby hat sich schon ganz gut an sein neues Leben gewöhnt. Es trinkt sich so satt, dass es meistens ein paar Stunden ruhig schläft. Am liebsten auf dem Arm, oder in seinem Kinderwagen. Der Milcheinschuss ist vorbei und Du fühlst Dich fit für die ersten Ausflüge mit dem Kind. Nun also rasch aus dem Morgenmantel. Rein in die Klamotten. Es kann losgehen. Der erste Ausflug nach der Geburt!

Viele Mütter nehmen schon beim nächsten Stillen wahr, dass plötzlich Knoten im Gewebe der Brust tastbar sind. Verdickungen, die häufig druckempfindlich sind und schmerzen. Meistens entstehen sie auf der Außenseite, im unteren Bereich der Brust. Andere haben erst am nächsten Tag Symptome. Übersehen lässt er sich nicht. Der Milchstau. Die Frau, die ihn bekommt, erkennt ihn sofort.

Daran erkennst Du den Milchstau:

Du kannst Knoten in der Brust tasten, die vor dem Stillen oft größer sind. Die Knoten schmerzen und sind nicht unbedingt auf beiden Seiten zu finden. Diese stellen fühlen sich warm an. Manche Frauen haben leichtes Fieber. Aber wie beim Milcheinschuss wird die Temperatur nicht über 38,4 Grad steigen. Manchmal sind auch weiße Bläschen auf der Brustwarze zu sehen.

Woher kommt der Milchstau?

Die Schmerzen in Deiner Brust haben eine ganz konkrete Ursache: Ein Milchgang wurde blockiert. Die Milch kann aus diesem nicht gut abfließen. Oder das Baby hat die Brust nicht ausreichend entleert.

Oft kommt der Stau durch einschnürende Kleidung zu Stande. Manchmal entsteht er unter dem Finger, der die Brust eindrückt, um dem Kind beim Trinken das Näschen frei zu halten. Wenn Du ein weißes Bläschen auf der Warze findest, ist es wahrscheinlich, dass Fettklümpchen oder feste Partikel in der Milch den Milchgang verstopfen. Das ist nicht gefährlich. Das lässt sich beheben. Du solltest es aber unbedingt behandeln, damit sich aus dem Stau keine Entzündung entwickeln kann. Wenn Du die Ursache kennst, dann ist das Problem rasch wieder weg.

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Das kannst Du gegen den Milchstau tun:

Suche zu erst die Ursache. Dann kannst Du mit der Behandlung beginnen.

Überprüfe also Deine Kleidung. Schnürt ein Band, ein Bügel oder eine Naht ein. Dann ist das im Augenblick keine geeignete Kleidung. Du findest sicherlich etwas im Kleiderschrank, das lockerer sitzt und sich unkompliziert für das Stillen öffnen lässt. Du kannst Dir auch einen Stillbustier, z.B. von Medelabesorgen. Diese sind so geformt, dass sie Deine Brust stützen. Aber sie nutzen dafür keine Bügel aus Metall. Die Nähte sind so angebracht, dass sie keine Druckstellen hinterlassen können. Ein Stillbustier ist übrigens auch bestens für Deine Rückbildungskursstunden geeignet.

Liegt Dein Baby beim Trinken gemütlich?

Ist sein Näschen frei ohne dass Du mit einem Finger die Brust eindrücken musst?

Sitzt Du gemütlich?

Kannst Du die Schultern locker fallen lassen und ist es Dir beim Stillen warm genug?

Hast Du die notwendige Ruhe für das Stillen?

Dies ist wichtig, damit der Milchflussreflex gut funktionieren kann.

Such Dir einen gemütlichen Platz zum Stillen, an dem Du die nötige Ruhe findest. Wenn Du sitzend Stillen möchtest, lagere Dein Baby so, dass ihr es beide gemütlich habt. Du sollst aufrecht und mit lockeren Schultern sitzen können. Dein Baby soll gemütlich liegend, die Brustwarze greifen können. Es muss also hoch gelagert werden. Ein Stillkissen* ist dafür ein praktisches Hilfsmittel. Das lässt sich so formen, dass es jede Stillposition gut unterstützt. Es ist übrigens auch ein praktisches Lagerungskissen für Dein Baby und eine gemütliche Kopfstütze für die Familienkuschelstunden im Bett.

Trinkt das Baby mindestens alle sechs Stunden mit kräftigem Sog?

Ist die Brust dann so weit entleert, dass sie sich deutlich weicher anfühlt?

Vielleicht sind auch Verletzungen der Brustwarze, die zu heilen beginnen und deshalb eine Borke gebildet haben, für den Stau verantwortlich. Diese Verletzungen heilen am schnellsten, wenn Du dem Kind eine gemütliche Trinkposition gibst und es kräftig saugen kann. Das lernt Dein Baby mit etwas Ruhe und Geduld am besten, wenn es nicht durch einen Schnuller oder ein Fläschchen verwirrt wird. Denn dafür braucht es eine andere Technik.

Wie beim Milcheinschuss kannst Du mit warmen Kompressen, die Du vor dem Stillen auf die Brust legst und mit kalten Kompressen, mit denen Du im Anschluss behandelst, wie auch mit Massagen, den Milchstau rasch beheben. Die Massagen sollen aber keine zusätzlichen Schmerzen machen. Es reicht ein vorsichtiges Ausstreichen. Wenn Du Fieber hast, dann ruhe Dich aus. Jeder Stress und jede Anstrengung kann nämlich zu einer echten Entzündung führen.

Quarkwickel oder Auflagen mit Weißkohlblättern unterstützen die Heilung. Du kannst sie nach dem Stillen als kühlende Kompresse auf die Brust legen.

So geht ein Quarkwickel:

Du brauchst dafür ein großes, dünnes Tuch. Geeignet ist beispielsweise eine dünne Mullwindel.

Du brauchst Magerquark. Die Menge ist abhängig von der Größe Deiner Brust. Probiere einmal aus, ob ein kleiner Becher (250g) einen Wickel ergibt, der die ganze Brust bedeckt. Vielleicht brauchst Du etwas mehr.

Lege das Tuch auf eine glatte Unterlage und streiche den Quark als breiten Streifen (ca. 10 cm), der ungefähr so lange ist, wie der Umfang Deiner Brust auf das Tuch.

Dann schlage das Tuch über diesen Quarkstreifen.

Du hast nun unten eine Seite, die nur eine Lage Stoff hat, oben hast Du den Stoff mehrfach umgeschlagen.

Umschlinge damit die Brust. Und lege die Seite, die nur eine Lage Stoff hat, direkt auf die Haut. Der umgeschlagene Stoff auf der oberen Seite schützt Deine Kleidung vor Feuchtigkeit.

Der Quarkwickel bleibt eine halbe Stunde auf der Brust liegen. Du kannst ihn auch länger auf der Brust lassen. Er schadet nicht. Er soll Dich aber nicht am Schlafen oder Ruhen hindern.

So geht ein Wickel aus Weißkohl:

Du brauchst dafür einen frischen Weißkohl. Nimm möglichst eine Bioqualität.

Du nimmst ein Blatt, stocherst Löcher mit der Gabel in die Innenseite, oder rollst mit der Teigrolle über das Blatt. Der Saft im Blatt soll dadurch ausfließen können.

Wenn das Blatt groß ist, ist es ganz gut, Du schneidest ein Loch hinein. Denn die Brustwarze sollst Du mit dem Blatt nicht bedecken.

Das Weißkohlblatt legst Du nun so auf Deine Brust, dass die harten Bereiche bedeckt sind. Dort bleibt es eine halbe Stunde liegen. Du kannst es auch länger auf der Brust lassen. Aber es soll Dich nicht beim Ruhen stören.

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Katharina Jeschke

Katharina Jeschke

Gründerin von elternundbaby.com und Hebamme

Als Geburtshausleiterin, Hebamme und Mutter unterstütze ich Frauen dabei ihre Herausforderung während, vor und nach der Schwangerschaft besser zu bewältigen.

Um noch mehr Frauen zu erreichen, startete ich elternundbaby.com. Ich freue mich darauf, dich hier begrüßen zu dürfen.