Cytotec – wir suchen deinen Erfahrungsbericht

Ein Thema, was Mütter und Ärtze aktuell in 2 Lager teilt. Es wird verwendet, um die Geburt einzuleiten, sobald der errechnete Termin der Geburt überschritten und weitere Wartenzeiten verstrichen sind.

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Eure Erfahrungsberichte:

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Steffi schreibt:

Ich war mit unserem ersten Kind in SSW 38+4. 10 Tage vor dem errechneten Entbindungstermin schickte mich meine Frauenärztin mit starken Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Eiweiß im Urin ins Krankenhaus. Aufgrund einer leichten Präeklampsie sollte ich dort überwacht werden. Ich musste den halben Tag auf dem Flur warten bis ich ein Zimmer beziehen konnte und war dementsprechend erschöpft und abends froh, mich ausruhen zu können.

Um 21:30 Uhr sagte mir eine Schwester, der Kreißsaal habe angerufen. Ich solle runterkommen, sie wollen mit mir über eine Geburtseinleitung sprechen. Ich war total perplex: „Wieso denn jetzt auf einmal?“ – „Sie haben gerade Kapazitäten“. „Aber sie wollen nur mit mir darüber reden oder?“ – „Nein, vielleicht auch machen.“ Im Kreißsaal erklärte mir eine Ärztin dann, sie würde mir gerne die erste Tablette Cytotec zur Einleitung geben. Das sei ein Off-Label-Medikament, also in Deutschland nicht zur Einleitung zugelassen. Eigentlich sei es ein Magenmittel, aber die Anwendung sei gängige Praxis und es sei besser zu dosieren als ein Gel, das direkt an den Muttermund geschmiert wird oder ein Wehentropf. Ich bekam einen Zettel, den ich durchlesen und unterschreiben sollte. Da ich sowieso total verunsichert war, nahm ich mir nicht die Zeit, mich tiefergehend zu informieren, meine Hebamme zu kontaktieren o.ä. Ich fragte mehrfach nach, ob es wirklich nötig sei, heute Abend schon mit der Einleitung zu beginnen, teilte mit, dass ich gerade überfordert bin und weinte auch ein bisschen. Die Ärztin sagte „Worauf sollen wir denn noch warten, dass Ihre Werte noch schlechter werden?“ und erklärte, es müsse ja nicht sofort mit Wehen losgehen, nur weil ich jetzt eine Cytotec nahm. Ich sagte, mein Freund sei gerade um 20 Uhr weggefahren und nun sitze ich hier alleine und vielleicht passiert ja heute Nacht schon was, dafür sei ich nicht bereit. „Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, wie lange es dauert, bis es losgeht.“, war der Kommentar der Ärztin. Über Nebenwirkungen des Medikaments wurde ich nicht aufgeklärt.

Da ich dachte, es gäbe keine andere Möglichkeit, unterschrieb ich die Einwilligung und nahm gegen 21:45 Uhr die erste Tablette Cytotec. Obwohl ich sehr müde war, machte ich anschließend kein Auge zu, da ich immerzu befürchtete, es könnten jeden Moment die Wehen losgehen. Ich war total angespannt und überfordert.

Dementsprechend gerädert war ich am nächsten Tag. Ich bekam um 9:00, 13:30 und 18:50 Uhr jeweils eine Cytotec. Um 22:30 Uhr sollte ich wieder in den Kreißsaal zum CTG und um die nächste Tablette zu nehmen. Dann bekam ich plötzlich Wehen. Mir wurde kotzübel und ich konnte nicht ruhig liegen. Als ich dies einer Hebamme sagte, sagte sie, ich solle das nicht so ernst nehmen, vielleicht ginge es nun los, aber das sei dann erst der Anfang. Also nicht reinsteigern. Ich versuchte ruhig zu bleiben und musste dann dringend auf die Toilette. Während ich dort hin ging, hatte ich schon richtig starke Schmerzen, wie Krämpfe, und das Gefühl, dass ich Fruchtwasser verlor. Zurück im CTG-Raum wurde ich wieder verkabelt und untersucht. Mein Muttermund war 2,5 cm offen. Die Hebamme, die uns dann bis zum Schluss begleiten sollte, bat mich und meinen inzwischen eingetroffenen Freund, eine Stunde auf den Fluren herumzulaufen und dann wiederzukommen. Sie gab mir ein Buscopan Zäpfchen mit, das ich nehmen sollte, um die Krämpfe etwas zu lindern (hat nichts gebracht). Da war es ca. 0:15 Uhr. Wir liefen ein wenig herum, ich musste mich jedoch an jedem Stuhl hinsezten und an jeder Säule abstützen, weil ich so starke Wehen hatten. Die Abstände waren irgendwann schon bei 2 Minuten und ich wusste nicht wohin mit mir.

Um 1:15 Uhr gingen wir zurück zum Kreißsaal und ich sagte der Hebamme, dass hier gerade ganz viel in mir passiert und ich die Schmerzen nicht aushalte. Da ich die Nacht davor nicht geschlafen hatte, war ich sicher, die Geburt nicht bewältigen zu können und jetzt schon keine Kraft mehr zu haben. Die Hebamme war total entspannt und wollte erstmal ein CTG schreiben und dann mal sehen was sie mir zur Linderung anbieten kann. Ich sagte, ich könne auf keinen Fall jetzt 30 Minuten still liegen, es tue so weh. Ich konnte nicht sitzen, stehen, liegen, laufen, sondern hatte das Gefühl, zerrissen zu werden und dass der Druck nach unten immer heftiger wurde. Also untersuchte sie mich und der Muttermund war innerhalb der einen Stunde auf 7-8 cm aufgegangen. Die Wehen kamen in immer kürzeren Abständen und ich hatte den Drang zu drücken. Später sagte die Hemamme, sie habe mich falsch eingeschätzt und nicht gedacht, dass ich wirklich schon so weit sein würde. Wir bekamen einen Kreißsaal und kurz danach war der Muttermund auch schon ganz geöffnet, sodass ich dem Drang zu pressen nachgeben durfte. Es tat so höllisch weh! Ich bekam Lachgas, wovon meine Augen schwerer wurden und ich mich leicht schläfrig fühlte, gegen die Schmerzen hat es aber nicht geholfen. Ich versuchte verschiedene Positionen (im Liegen auf dem Rücken und der Seite, im Vierfüßler auf dem Bett, knieend, stehend und die Arme um den Hals meines Freundes geschlungen), nichts war erträglich. Da es kaum Pausen zwischen den Wehen gab, konnte ich den Atem kaum runterfahren und nichts aus dem Geburtsvorbereitungskurs anwenden. Ich wollte einfach nur noch, dass dieser Wehensturm vorbeigeht und unser Baby rauskommt – egal wie. Ich wurde als es immer mehr Richtung Ende der Geburt ging, noch an einen Wehentropf mit Oxytocin angeschlossen. Die Presswehen kamen eine nach der anderen und ich hatte das Gefühl, ich kann nicht atmen und brauche dringend Luft und Kraft. Um 3:45 kam unsere Tochter dann zur Welt und wir waren überglücklich. Im Nachhinein (nachdem ich mehr über Cytotec weiß), bin ich einfach nur erleichtert, dass unser Kind die Geburt so gut ohne Abfall der Herztöne o.ä. überstanden hat und ich auch bis zum Ende durchgehalten habe, ohne dass ein Kaiserschnitt nötig wurde. Von der ersten Wehe bis sie dann da war, vergingen ja gerade mal 5 sehr heftige Stunden.

Die erste Zeit des Wochenbettes war ebenfalls schwierig. Das Stillen wollte nicht richtig klappen – zwar hatte ich genug Milch, aber entzündete Brustwarzen, sodass ich den Schmerz irgendwann nicht mehr ausgehalten habe. Zudem habe ich sehr viel geweint, an mir gezweifelt und war nicht ich selber. Ich erkannte mich nicht wieder und war nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen (z.B. abstillen oder durchhalten?). Natürlich weiß ich nicht sicher, welche dieser negativen Erfahrungen während der Geburt und des Wochenbettes Cytotec zuzuschreiben sind, ich würde das Mittel jedoch nicht noch einmal nehmen und mich mehr über Alternativen informieren.

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Lea schreibt:

Zum Glück geht es mir heute gut. Aber als mein kleiner Theo 2017 geboren wurde, wollte ich einfach nicht mehr leben.

Ich war fünf Tage über dem Termin und der Arzt hat gesagt, dass das Baby zu klein wäre. Er hat geschätzt, dass der Theo 2900 Gramm wiegen würde. Ich ging damals direkt aus der Vorsorge ins Krankenhaus. Da saß ich dann ziemlich lange auf dem Flur und wartete, bis jemand Zeit für mich hatte. Dann endlich ein CTG und viele Stunden später dann ein Ultraschall. Das war eine junge Ärztin und ich hatte den Eindruck, dass sie nicht so richtig sicher war. Mir wurde dann geraten, ein Zimmer zu beziehen und zur Beobachtung da zu bleiben. Natürlich habe ich das dann gemacht. Ich wollte ja nicht, dass meinem Baby was passiert. um 22.00 Uhr wollte ich eigentlich schlafen gehen. Ich musste dann aber zurück in den Kreißsaal.

Dort wurde mir gesagt, dass gerade Zeit wäre, um die Geburt einzuleiten. Das Baby wäre vielleicht nicht so gut versorgt und dann wäre es gut, wenn das Baby bald kommen würde. Das habe ich verstanden. Aber ich war ziemlich müde und irgendwie auch völlig verunsichert. Ich habe dann eine halbe Tablette geschluckt und ging zurück auf Station, um zu schlafen. Am nächsten Tag gab es morgens eine halbe Tablette und abends und zwischendurch CTG-Kontrollen. Am Abend hatte ich dann die ersten leichten Wehen. Mit denen konnte ich aber noch schlafen. Um drei Uhr morgens ging dann die Hölle los. Ich hatte den Eindruck, dass ich innerlich und äußerlich zerreiße. Ich hatte nicht Wehen – ich hatte den Gefühl, dass alles eine nicht endende Wehe wäre. Mein Mann raste zu mir. Er war super lieb und hat die ganze Zeit beruhigend auf mich eingeredet. Auch die Hebamme im Kreißsaal war nett. Aber das hat mich in dem Moment nicht interessiert. Als ich nur noch sterben wollte, nach Schmerzmittel und einem Kaiserschnitt geschrien habe, hat die Hebamme gesagt, dass alles gut wäre, weil das Baby gleich da wäre.

Für mich war in dem Moment gar nichts mehr gut.

Auch wenn sie recht hatte. um 5.24 war Theo geboren. Ich war so fertig. Ich hatte nicht einmal mehr die Kraft, um mein Baby anzusehen. Das habe ich völlig verpasst. Der Kleine hat dann nicht geatmet und musste mit den Kinderärzten in den Raum neben an. Mein Mann ist zum Glück mit dem Baby mitgegangen. Aber ich lag dann da, total allein und einsam und wusste nicht einmal, wie das Baby aussieht. Die ersten Wochen habe ich mich irgendwie durch die Tage gehangelt. Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Außer, dass ich immer das Gesicht meines Babys angesehen habe und mich gefragt habe, wie er wohl nach der Geburt ausgesehen hat.

Ich war einfach nur verzweifelt.

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