Der Bauch wird immer größer, die körperlichen Beschwerden vielleicht immer mehr. Die Geburt Eures Kindes steht kurz bevor und ihr beide fragt euch, wie ihr das Thema Geburtsvorbereitung angehen sollt? Ihr habt viele Fragen und findet keine Antwort? Unsere Hebamme Katharina erklärt euch, worauf es bei der Geburtsvorbereitung ankommt, was ihr unbedingt wissen müsst und worauf ihr verzichten könnt. 

Geburtsvorbereitung: wichtig für beide Elternteile

Besonders beim ersten Kind sind viele Eltern unsicher und wissen nicht, wie sie sich optimal auf die Geburt vorbereiten sollen. Neben der körperlichen Belastung für die werdende Mutter, kommen auch einige psychische Belastungen hinzu. Und das für beide Elternteile. Eine Geburt kann sich über viele Stunden hinziehen; ganze Tage sind keine Seltenheit. Die richtige Geburtsvorbereitung hilft euch beiden also, die Strapazen gut zu überstehen und die Geburt sogar genießen zu können.

Eine Geburt könnt ihr euch wie einen Marathon vorstellen: man braucht viel Ausdauer, aber am Ende hat sich der lange Weg gelohnt. Der Beginn einer jeden Geburt sind die Wehen, sie zeigen an, dass das Baby sich auf den Weg machen möchte. Je kürzer der Abstand zwischen den Wehen, desto näher rückt die Geburt. Im Krankenhaus angekommen, wird euch die zuständige Hebamme weiter betreuen und durch die Geburt führen. Bevor das Baby kommt, wird in den meisten Fällen ein Arzt dazu geholt, der dann bis zum Ende der Geburt dabei ist. 

Wie kann ich mich richtig auf die Geburt vorbereiten?

Eine Geburt ist nie vollständig planbar. Es gibt Fälle, da geht alles schnell und ohne Probleme, andere Eltern müssen sich körperlich und geistig sehr viel mehr anstrengen, bis sie ihr Wunder in den Armen halten dürfen.

Aber grundsätzlich sind vier Dinge wichtig:

  1. Wissen: wenn beide wissen, was mit dem Körper der werdenden Mutter und dem des Babys während der Geburt passiert, kann man viel besser einschätzen, was in dem Moment zu tun ist.
  2. Training: es gibt verschiedene Techniken, die der werdenden Mutter helfen, die Strapazen der Geburt besser wegzustecken. Die Hebamme zeigt in einem gezielten Training im Rahmen der Geburtsvorbereitung, wie das geht.
  3. Atemtechnik: die richtige Atmung ist besonders während der Wehen essentiell und hilft, die Schmerzen besser auszuhalten.
  4. Mentale Stärke: man glaubt gar nicht, was die richtige Einstellung alles bewirken kann. Fühlen sich beide Eltern gut vorbereitet und der Situation gewachsen, trägt sie das durch die anstrengenden Stunden der Geburt.

 

Geburtsvorbereitung ist Teamwork

 

Auch wenn man in einem Geburtsvorbereitungskurs viel lernen kann, kommt es am Ende immer darauf an, dass Mutter und Kind ein Team werden. Der werdende Vater ist bei der Geburt natürlich ebenfalls ein wichtiger Faktor, aber am Ende ist es die Mutter, die das Kind gebärt. Sie muss die körperlichen Strapazen und Schmerzen alleine aushalten. Jedoch kann der Vater einen großen Teil dazu beitragen, dass der Einsatz von Schmerzmitteln in einem kleinen Rahmen bleibt:

Studien belegen, dass sich der Einsatz von Schmerzmitteln drastisch reduziert, wenn der Partner die Geburt kompetent begleitet. Er ist also ebenfalls ein Teil des Teams, auf das man nur ungern verzichtet. Deshalb sollte der werdende Papa ebenfalls aktiv an der Geburtsvorbereitung teilnehmen. 

Katharina Jeschke, Hebamme

Ein weiterer wichtiger Punkt während der Geburt und auch schon in der Vorbereitung ist die richtige Kommunikation. Oftmals scheuen sich Frauen davor, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Sie wollen stark sein und niemandem zur Last fallen. Aber genau das ist der falsche Weg. Kaum ein Ereignis ist körperlich und emotional so herausfordernd wie eine Geburt. Auch eine Schwangerschaft kann für manche Frauen zur körperlichen Anstrengung werden. Der Spruch “Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit” ist zwar richtig, trotzdem ist eine Schwangerschaft psychisch und körperlich anstrengend. Schließlich ist ein Marathon auch keine Krankheit aber das Training dafür ist auch eine echte mentale und körperliche Herausforderung. So ist es auch mit der Geburt.

Jede Frau empfindet Schmerz anders und jede Schwangerschaft ist anders. Während die eine Frau bis zum Geburtstermin schmerz- und beschwerdefrei ist, kämpft die andere Frau von Beginn an mit Übelkeit, Schmerzen und anderen Beschwerden.

Jede werdende Mutter darf ihre Wünsche äußern. Wichtig ist aber – gerade in der stressigen Situation einer Geburt – dass sie Art und Umfang des Hilfebedarfs so konkret wie möglich äußert. Der werdende Vater ist während der Geburt – vor allem dann, wenn die Frau Schmerzen hat – mit der Situation oft überfordert. Ihm helfen konkrete Anweisungen, was er tun kann. 

Planung in der Geburtsvorbereitung

 

Vielen Eltern hilft es, sich im Rahmen der Geburtsvorbereitung Notizen zu machen und alle Fragen rund um die Geburt zu notieren.

“Die Geburt wird zwar oft geplant, wie eine Hochzeit, aber die Planung erfolgt ohne die Gäste  – in dem Fall das Kind. Es kann immer anders kommen, darauf sollten sich Paare einstellen”.

Katharina Jeschke, Hebamme

Je besser beide auf die Geburt vorbereitet sind, umso autonomer können die werdenden Eltern agieren. Das führt letztlich dazu, dass ihr die Geburt ganz individuell erfahren könnt. Umgekehrt bedeutet das auch:

 Je besser ihr beide als Paar auf die Geburt vorbereitet seid, desto weniger ist es von euch von Bedeutung, dass es einen Hebammenmangel im Kreißsaal gibt. Solange eine Geburt ohne Komplikationen läuft, hat eine Hebamme nur den Auftrag zu beobachten. Nur wenn medizinische Hilfe benötigt wird, kommen Hebamme und Klinikpersonal zum tatkräftigen Einsatz.

Ein Fahrplan für die Geburtsvorbereitung

Wann muss ich einen Geburtsvorbereitungskurs buchen?

Zeitpunkt: ab positiven Schwangerschaftstest

Sobald ihr einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen haltet, ist es Zeit sich nach einer Hebamme umzusehen. Je nach Wohnort kann das zum echten Problem werden. Auch einen Geburtsvorbereitungskurs könnt ihr jetzt schon buchen, so bleibt genug Zeit um alle Fragen zu beantworten, gemeinsam mit der Hebamme zu üben und offene Themen zu klären.

 Schnelle Antworten für Schwangere und junge Eltern: Die Notdienst-Hebamme 

 

 Lohnt sich für die Geburtsvorbereitung ein Online-Kurs?

 

Ja, sogar sehr! Du kannst die einzelnen Module jederzeit wiederholen und bist ungebunden. Oft schafft es der Partner zeitlich nicht, den Kurs für die Geburtsvorbereitung ebenfalls zu besuchen. Mit einem Online-Kurs ist das Problem schnell gelöst: ihr geht in eurem Tempo vor, wann immer ihr Zeit habt. So seid ihr beide immer auf dem gleichen Wissensstand.

 

Einen Geburtsplan schreiben

  

Zeitpunkt: ab positiven Schwangerschaftstest

Wie bereits erwähnt hilft es vielen werdenden Eltern, alles rund um die Geburt schriftlich festzuhalten. In den Geburtsplan sollte alles hinein, was vielleicht während der Strapazen der Geburt in Vergessenheit geraten kann:

  • Möchte ich eine PDA?
  • Welche Art der Schmerzmittelgabe wünsche ich mir?
  • Soll mein Partner während der Geburt immer bei  mir bleiben?

 

Lesetipp: Cytotec – Wehenmittel mit tödlichen Folgen

Diese und weitere Punkte können in einem Geburtsplan festgehalten werden. Den Geburtsplan bewahrt man am besten im Mutterpass auf, so hat man ihn auch immer bei Arztbesuchen zur Hand. Bis zur 36. SSW sollten alle offenen Punkte geklärt sein.

 

Dammmassage vor der Geburt

Zeitpunkt: ab 36. SSW 

Das Gewebe zwischen Scheide und After wird als Damm bezeichnet. Während der Geburt entsteht hier Druck und Dehnung, was zu ganz natürlichen Rissen führen kann. Das bezeichnet man als Dammriss. Reißt das Gewebe nicht von allein und sieht die Hebamme oder der Arzt eine medizinische Notwendigkeit, kann er einen Dammschnitt durchführen. In vielen Ratgebern zur Geburtsvorbereitung wird deshalb eine Dammmassage empfohlen.

“Jede Stimulation des Gewebes, die schon in der Schwangerschaft mehr dehnt als der Körper es braucht, schadet mehr, als es hilft.”

Unsere Hebamme Katharina rät zur Vorsicht mit dem eigenen Körper.

Zudem empfinden viele Frauen eine Dammmassage als sehr unangenehm und dann ist das sicher keine gute Vorbereitung für die Geburt.

 

Heublumendampfbad zur Lockerung des Beckenboden

 

Zeitpunkt: ab 36. SSW

Zur Lockerung des Beckenboden wird in vielen Kursen zur Geburtsvorbereitung ein Heublumendampfbad empfohlen. Die Heublumen sollen die Muskeln entspannen und für eine bessere Durchblutung des Gewebes sorgen.

“Ein Dampfbad zur Geburtsvorbereitung ist nicht unbedingt sinnvoll. Dampf ist zu heiß und das tut der werdenden Mutter nicht gut. Ein Sitzbad reicht völlig aus; hier spricht auch nichts gegen den Einsatz von Heublumen im Badewasser.”

Unsere Hebamme Katharina empfiehlt ein Sitzbad anstelle des Dampfbades.

 Du findest keine Hebamme? Unserer Notdienst-Hebamme kannst Du alle Fragen ganz unkompliziert online via Chat oder Video stellen. 

 

Akupunktur von der Hebamme

Zeitpunkt: ab 36. SSW

 Viele Hebammen bieten mittlerweile zur Geburtsvorbereitung auch Akupunktur an. Die chinesische Heilmethode soll die werdende Mutter physisch und psychisch auf die Entbindung vorbereiten. 

“Ob Akupunktur zur Geburtsvorbereitung helfen kann, ist nicht erwiesen. Aber  es macht die Frau abhängig vom Fachpersonal und von ihren persönlichen finanziellen Umständen.”

Katharina Jeschke, Hebamme

Diese Art der Vorbereitung auf die Geburt ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und muss daher aus eigener Tasche bezahlt werden.

Himbeerblättertee für sanftere Wehen

 Zeitpunkt: ab 36. SSW

Ab der 36. SSW kann Himbeerblättertee helfen, die Wehen etwas zu erleichtern. Er fördert die Durchblutung, lockert den Beckenboden und die Gebärmutter, macht den Muttermund weicher und soll helfen, einem Dammschnitt vorzubeugen. Die Wirkung konnte bisher nicht wissenschaftlich bestätigt werden, aber der Tee gilt als wirkungsvolles Mittel in der Geburtsvorbereitung. 

  

Schüssler Salze gegen Beschwerden

 

Zeitpunkt: ab 36. SSW oder wenn Beschwerden aufkommen

Der Einsatz von Schüssler Salzen zur Geburtsvorbereitung muss unbedingt mit der Hebamme abgesprochen werden. Je nach Beschwerden ist eine individuelle Zusammenstellung nötig.

 

Homöopathische Mittel sind keine Geburtsvorbereitung

 

Im Gegensatz zu Schüssler Salzen sind homöopathische Mittel nicht zur Geburtsvorbereitung geeignet.

“Homöopathische Mittel sind eine Medizin, sie sollen Krankheiten therapieren. Die Vorbereitung auf die Geburt ist aber keine Krankheit. Diese Mittel sind nur dann notwendig, wenn die Vorbereitung eine therapierende Unterstützung braucht.”

Unsere Hebamme Katharina

 

Aromatherapie zur Entspannung

 

Zeitpunkt: ab 36. SSW oder früher

Besonders die letzten Wochen vor der Geburt können sehr anstrengend sein. Vieles muss noch erledigt werden, die Beweglichkeit wird eingeschränkt und der Alltag kann zunehmend zur Belastung werden. Unsere Hebamme Katharina schwört deshalb auf Aromatherapie zur Entspannung. Hier kann auch der Partner helfen oder sich ebenfalls entspannen. Massagen sollten aber vorher mit der Hebamme abgesprochen werden, denn es gibt Stellen am Körper, die bei manchen Frauen Wehen auslösen. Dann sollen diese während der Schwangerschaft nicht durch eine Massage stimuliert werden.

 

Yoga für mehr Kraft und Stabilität

Zeitpunkt: jederzeit möglich 

Viele Hebammenpraxen bieten Yogakurse für Schwangere an und fokussieren sich dann auch auf die Geburtsvorbereitung. Bis das Kind mit dem Kopf im Becken liegt, kann die werdende Mutter im Prinzip fast alle Übungen machen. Liegt das Kind mit dem Kopf nach unten, sind einige Übungen nicht mehr zu empfehlen, da sich das Kind sonst wieder drehen könnte. Welche Übungen geeignet sind, bespricht man man besten mit der Hebamme.  

Haptonomische Geburtsvorbereitung für eine frühe Bindung

Zeitpunkt: jederzeit möglich

Im Rahmen dieser ganz speziellen Geburtsvorbereitung besuchen die werdenden Eltern mehrere Sitzungen bei einem geschulten Therapeuten oder einer Hebamme. Dort lernen sie, wie sie durch Wiegebewegungen oder Bauchberührungen einen sehr intensiven Kontakt zum Baby spüren und aufbauen können.

Bürokratisches vor der Geburt

Zeitpunkt: ab 20. SSW

Wenn das Kind erst einmal da ist, steht die Welt Kopf und die Hormone spielen im Körper der Frau verrückt. Deshalb empfehlen Hebammen alles Bürokratische schon vor der Geburt zu erledigen und Formulare soweit auszufüllen, dass man später nur noch den Geburtstermin und den Namen des Babys eintragen muss. Werdende Eltern sollten diese und weitere Formulare vorbereiten und frankierte Briefumschläge bereit legen:

  • Vaterschaftsanerkennung (wenn das Paar nicht verheiratet ist)
  • Elternzeit beim Arbeitgeber anmelden
  • Mutterschaftsgeld
  • Elternzeitantrag vorausfüllen
  • Antrag auf Familienkrankenversicherung
  • Kinderfreibetrag & Kindergeld beantragen 

 

Geburtsvorbereitung für Geschwister

 

Zeitpunkt: ab 12. SSW

Je nach Alter des ersten Kindes ist es sinnvoll möglichst früh mit der Vorbereitung auf das Geschwisterchen zu beginnen. Hier helfen verschiedene Bücher und Filme. Die Hebamme kann ebenfalls helfen, das ältere Geschwister sanft auf das neue Familienmitglied vorzubereiten.

Kliniktasche packen

 

Zeitpunkt: ab 36. SSW

Wenn die Wehen einsetzen sollte die Kliniktasche für beide Elternteile bereits gepackt sein. Gerade beim ersten Kind sind die Gedanken nicht unbedingt dort, wo man sie gerade haben möchte. Deshalb sollten Vater und Mutter die Kliniktasche bereits ab der 36. SSW gepackt haben.

 

Wochenbett vorbereiten

 

Zeitpunkt: ab 36. SSW

Das Wochenbett dient der Mutter zur Erholung und soll beiden Elternteilen helfen, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Nichts ist nun mehr wie vorher, spontane Erledigungen oder die abendliche Essenszubereitung erfordern jetzt ganz neue Strukturen. Zudem muss sich die Mutter von der Geburt erholen und auch der Körper braucht jetzt viel Ruhe. Im Wochenbett stellen deshalb die Eltern die Regeln auf. Niemand muss Besuch empfangen, niemand muss irgendwas erledigen. Ein “Muss” gibt es nur für die Untersuchungen beim Kinderarzt, beim Frauenarzt und für die Hausbesuche der Hebamme. Deshalb sollte auch das Wochenbett gut vorbereitet werden.

Ihr habt noch Fragen zur Geburtsvorbereitung? Dann kontaktiert unsere Notdienst-Hebamme ganz einfach online.

Autorenbox

Julia Schürer

Julia Schürer

Redakteurin bei elternundbaby.com

Bloggen ist meine Leidenschaft. Ich baute mir nebenbei einen Backblog und später einen Mamablog auf. Vor meiner Schwangerschaft arbeitete ich bei einem Online-Händler für Baby- und Kinderartikel.

Heute unterstütze ich zusätzlich als Blogger-Business-Coach und verhelfe Unternehmern und Bloggern durch SEO und Content Marketing mehr Reichweite in den Online Medien.

Katharina Jeschke

Katharina Jeschke

Gründerin von elternundbaby.com und Hebamme

Als Geburtshausleiterin, Hebamme und Mutter unterstütze ich Frauen dabei ihre Herausforderung während, vor und nach der Schwangerschaft besser zu bewältigen.

Um noch mehr Frauen zu erreichen, startete ich elternundbaby.com. Ich freue mich darauf, dich hier begrüßen zu dürfen.