Eine sanfte Babymassage ist eine wunderbare Möglichkeit, die Bindung zwischen Eltern und Kind zu stärken und das Wohlbefinden des Babys zu fördern. Im Folgenden soll es aber speziell darum gehen, wie das Massieren des Bäuchleins dem Säugling zugleich helfen kann, Blähungen und Bauchschmerzen „loszuwerden“. Oder dieses Unwohlsein zumindest zu lindern. 

Dem Verdauungssystem des Kindes kann in dieser Weise Gutes getan werden, sobald der Nabel des Säuglings abgefallen ist. Es gibt aber einige Situationen, in denen von einerBaby- oder Bauchmassage abgeraten wird. Zum Beispiel

  • am Tag einer Impfung,
  • während einer akuten Infektionserkrankung oder bei Fieber (über 38 Grad) des Kindes,
  • bei vorliegendem Nabel- oder Leistenbruch.

Die Vorbereitung

Am besten führst du die Bauchmassage auf dem nackten Bäuchlein aus. Das sollte natürlich in einem wohltemperierten Raum (etwa 24 Grad) oder zumindest unter einer Wärmelampe geschehen. Außerdem braucht dein Kind dafür eine weiche Unterlage, auf der es bequem auf dem Rücken liegen kann. Viele Mütter benutzen für eine Bauchmassage den Wickeltisch. Einige setzen sich aber auch mit ausgestreckten Beinen auf ihr Bett, den Boden oder das Sofa und legen sich ihr Kind auf die Beine. Auch so können sie beide ansehen. Probiere einfach aus, welche Ausgangsposition für dich angenehm ist. Zusätzlich schafft gedämpftes Licht im Raumfür das Kleine eine beruhigende Atmosphäre. 

Stelle für die Massage auch ein Babyöl bereit. Ein Mandel- oder Jojobaöl eignen sich z.B. gut. Säuglingen mit Blähungen kann auch Kümmelöl helfen. Allerdings empfehle ich dir, dieses nicht pur zu verwenden, sondern mit Babyöl zu verdünnen (im Verhältnis 1 Tropfen Kümmelöl in 9 Tropfen Babyöl). Oft wird Eltern für Kinder mit Verdauungsproblemen auch ein sogenanntes „Vier-Winde-Öl“ für die Massage angeboten. Darin sind einem Pflanzenöl bereits ätherische Öle von Kümmel, Anis, Koriander und Fenchel zugesetzt.

Wahrscheinlich hast du bereits Erfahrungen damit, was deinem Kind generell beim Entspannen hilft. Mag es leise Hintergrundgeräusche aus dem Lausprecher (z.B. ein sanftes Wellenrauschen des Meeres) oder ruhige Musik? Oder entspannt es am besten, wenn du selbst ihm leise etwas vorsummst oder singst? Alles ist während der Massage erlaubt und sogar erwünscht, was das Wohlbefinden des Säuglings steigert. 

In diesem Zusammenhang kommt es auch auf den Zeitpunkt der Massage an. Wähle dafür möglichst einen Moment, an dem du mit deinem Baby möglichst bist sowie dein Kind wach und ruhig ist. Das kann beispielsweise nach dem Baden oder vor dem Schlafengehen sein – obwohl manche Säuglinge gegen Abend auch besonders viel weinen. Dann wäre dieser Augenblick natürlich ungünstig, denn ein schreiendes Kind spannt sein Bäuchlein sehr an und wird auch nicht positiv auf eine Massage reagieren. Trage es deshalb erst ein wenig herum, bis es sich beruhigt hat und sich ablegen lässt. 

Auch du selbst solltest möglichst entspannt sein, wenn du dein Kind massierst. Denn Säuglinge haben ganz feine Antennen für die Anspannung ihrer Eltern. Spüre also vorher in deinem Körper nach, ob sich noch etwas angespannt anfühlt. Deine Schultern vielleicht? Dann ziehe sie beim Einatmen bis hoch hinauf zu deinen Ohren und lasse sie beim Ausatmen bewusst fallen. Nach drei, vier Wiederholungen wirst du bemerken, wie sich alles lockert. Atme auch ohne Hast tief in deinen Bauch hinein, das macht dich ebenfalls ruhig. Beim Ausatmen kannst du gern auch ein bisschen stöhnen – das wird dir guttun!

Bevor du dann zur Tat schreitest: Sorge dafür, dass du kurze Fingernägel hast. Schneide sie ggf. und feile sie auch nach, damit eventuelle Spitzen keine Kratzer auf der Babyhaut verursachen. Und schließlich: Vergiss auch das sorgfältige Händewaschen  vor der Massage nicht.

Auch das Baby sollte auf die kommende Massage eingestimmt werden. Sprich mit ihm deshalb beruhigend und liebevoll, wenn es auf der Unterlage liegt, und mache sein Bäuchlein langsam und sanft frei. Erzähle ihm dabei mit leiser Stimme, dass du es jetzt massieren wirst und wie gut sich das anfühlen wird. Sollte sich das Kind wehren, krümmen, wegdrehen oder schreien, nimmt es einfach wieder hoch, sodass es sich beruhigen kann. Danach könnt ihr erneut starten – oder die Massage auf einen anderen günstigeren Moment verschieben. Vertrau da einfach deiner Einschätzung und versuche nicht, etwas zu erzwingen!   

Die Durchführung der Bauchmassage für Babys

Benetze deine Hände mit ein paar Tropfen des vorbereiteten Massageöls und reibe deine Handflächen ein kleine Weile aneinander, damit sie sich erwärmen. Denn ein Babybauch, der möglicherweise sowieso schon Probleme hat, mag kalte Hände gar nicht!

Das Kind liegt nun direkt vor dir und schaut dich an. Versuche es so zu lagern, dass seine Beine etwas angewinkelt sind. Diese Position entspannt die Bauchdecke des Babys und hilft ihm dabei, die Bauchmassage mehr zu genießen. Für die Babybauch-Massage kannst du verschiedene ein- oder beidhändige Techniken anwenden: 

Mit der flachen Hand: Lege deine warme Hand zunächst rechts neben dem Nabel auf Babys Bäuchlein und lass sie dort ein paar Sekunden liegen. So kann sich das Kind an diese Berührung gewöhnen. Bewege deine Hand dann im Uhrzeigersinn  langsam und mit nur sehr wenig Druck rund um den Bauch deines Kindes. Du beginnst also quasi auf der „Stunde 3“ (von dir aus die rechte Bauchseite des Kindes) und fährst dann kreisförmig über 6 Uhr (knapp über dem Schambein), 9 Uhr (linke Bauchseite) und 12 Uhr (knapp unter dem kleinen Rippenbogen) wieder zurück zur „Stunde 3“. Ohne abzusetzen folgen von dort aus einige etwa sechs bis zehn Umläufe im Uhrzeigersinn. 

Warum muss es ausgerechnet immer im Uhrzeigersinn sein? Ganz einfach: Diese Richtung entspricht den wellenförmigen Darmbewegungen, mit denen die Nahrung im Verdauungstrakt durchmischt und Richtung Ausgang weitertransportiert wird. Sie nimmt also stets im Uhrzeigersinn ihren Weg, was diese Bauchmassage unterstützt. Zugleich wird dabei auch quälende Luft im Darm des Kindes zum Anus befördert und macht sich dort als erleichternde Pupse bemerkbar. Blähungen ade!     

Mit beiden Händen: Diese Technik gleichtdem Antreiben eines Rades. Dabei streicht eine Handsanft ab dem Rippenbogen des Kindes in gerader Linie nach unten bis zum Schambein. Während sie sich dort wieder erhebt und zum Ausgangspunkt zurückkehrt, streicht schon die andere Hand ebenso behutsam über den Bauch von oben nach unten. Das geschieht immer im Wechsel: Die eine Hand hebt kurz vor dem Schambein ab, die andere streicht gerade hinunter. Für diese Technik reichen sechs Durchläufe.

Als Schneckenhaus mit dem Daumen: Dessen Ausgangspunkt ist der kleine Bauchnabel, um den der Daumen oder auch zwei bis drei Finger mit leichtem Druck einen kleinen Kreis massiert. Sobald eine Runde verstrichen ist, wird der nächste Kreis etwas größer, dann noch größer und so lange größer, bis oben der Rippenbogen, unten das Schambein sowie rechts und links die Bauchseiten des Kindes erreicht sind. Von da an geht die sanfte, langsame Schneckenfahrt wieder zurück in immer kleiner werdenden Spiralen bis zum Bauchnabel. Und diese Technik kannst du sechsmal wiederholen.

Karussellfahrt mit Beinchen und Becken: Auf diese Weise hilfst du dem Baby, sich quasi selbst zu massieren. Und das geht so: Drücke die angewinkelten Beinchen des Kindes ganz behutsam so Richtung Bäuchlein, dass die Oberschenkel leicht die Bauchwand berühren. Halte diese Position einige Sekunden und lasse die angewinkelten Beine dann von dort aus langsam wieder im Uhrzeigersinn kreisen. Du wirst beobachten, dass sich Babys Becken dabei mitbewegt. Nach maximal sechs „Runden“ lässt du die Beinchen wieder sanft sinken. 

Radfahren mit den Beinchen: Das kennst du sicher schon – die Beine des Kindes werden abwechselnd so gehoben und gesenkt, dass sie jeweils in angewinkelter Position mit dem Oberschenkel leise die Bauchwand berühren. Babys lieben dieses Radfahren eigentlich immer, auch wenn sie keine Bauchprobleme haben. Es tut ihnen als „Einschub“ auch zwischen den einzelnen Massagetechniken gut und löst so manchen Pups.

Für alle Techniken gilt: Führe sie langsam ein, also beim ersten Mal nur wenige Minuten, bis sich dein Kind daran allmählich gewöhnt hat. Und achten bei jeder Massage oder Übung stets auf die Reaktionen deines Kindes, auch wenn du dabei mit ihm sprichst oder ihm etwas vorsummst. Es kann nämlich durchaus sein, dass das Baby dabei zu weinen beginnt. Das ist aber noch kein Grund, sofort die Bauchmassage abzubrechen, denn Babys weinen manchmal auch, wenn sich Anspannung in ihnen löst. Es gilt also auch in solchen Situationen zu erspüren, ob das Weinen bei ihm eine Art Spannungsabfuhr bedeutet – oder ob es ein Widerstand gegen die Massage ist. In diesem Fall beendest du sie und versuchst es ein anderes Mal wieder.   

Zum Abschluss einer Bauchmassage lässt du deine warmen Hände ohne jeden Druck noch ein wenig auf Babys Bauch liegen. Dieses sanfte Signal bedeutet das Ende der Massage. Wurde sie von deinem Baby toleriert, so braucht es anschließend nur noch eines: nämlich dich! Hebe dein Kind also sanft hoch und halte es ganz nah und ruhig an deinem Körper. So kann das Kleine am besten ausruhen. Außerdem stärkt das eure Bindung und lässt euch beide spüren, was für ein einzigartig gutes Team ihr seid! 

Als Hebamme bin ich unterstützend an deiner Seite: Fühlst du dich mit diesen Massage-Techniken noch unsicher – oder möchtest lernen, wie du den ganzen Körper deines Babys massieren kannst? Dann ist der Online-Babymassagekurs perfekt für dich geeignet. Damit lernst du für dein Baby ganz entspannt zuhause, wie du dein Baby von Kopf bis zu den Füßen entspannen kannst. Außerdem kannst du jederzeit deine Fragen an mich stellen und dich auch mit anderen Eltern austauschen.

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Katharina Jeschke

Katharina Jeschke

Gründerin von elternundbaby.com und Hebamme

Als Geburtshausleiterin, Hebamme und Mutter unterstütze ich Frauen dabei ihre Herausforderung während, vor und nach der Schwangerschaft besser zu bewältigen.

Um noch mehr Frauen zu erreichen, startete ich elternundbaby.com. Ich freue mich darauf, dich hier begrüßen zu dürfen.