Das erste Mal das Baby sehen wie es sich bewegt. Das ist ein tolles Highlight. Der Ultraschall in der Schwangerschaft macht es möglich. Auch der Partner kann so noch intensiver an der Schwangerschaft teilhaben und sieht das Kind. Aber das ist nicht der Grund, warum der Frauenarzt regelmäßig mit dem Ultraschall ein Bild macht. Es geht darum zu prüfen, ob die Schwangerschaft korrekt verläuft und ob sich das Baby normal entwickelt. Auch eine Eileiterschwangerschaft oder eine nicht intakte Schwangerschaft kann der Frauenarzt mit einem Ultraschall feststellen. 

Jede Schwangere, die in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist, hat das Recht auf drei Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft. Diese sind kostenlos, d.h. die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Im Mutterpass stehen sie als sog. “Screening”. Gehörst Du zur Gruppe der Risikoschwangeren, kann Dein Frauenarzt neben häufigeren Ultraschalluntersuchungen auch engmaschigere Kontrollen anordnen. Ob Du das möchtest, kannst Du frei entscheiden. 

Frühzeitig Auffälligkeiten entdecken

Der Ultraschall in der Schwangerschaft soll vor allen Dingen frühzeitig Auffälligkeiten zeigen. So kann der Frauenarzt gemeinsam mit Dir entscheiden, wie man weiter vorgehen muss. Aber keine Sorge: 96-98 Prozent der Schwangerschaften verlaufen komplikationslos und das Baby kommt gesund auf die Welt. 

Du kannst auf alle drei Ultraschalluntersuchungen verzichten, wenn Du das möchtest. Das kann keinen Einfluss auf Deinen Versicherungsschutz. Wenn Du keinen Ultraschall in der Schwangerschaft möchtest, kannst Du Deinen Frauenarzt auch darauf hinweisen. Gründe dafür musst Du nicht angeben. 

Zudem kannst Du auch entscheiden, ob Du die Ultraschallbilder sehen möchtest und welche Informationen Dir Dein Frauenarzt geben soll. Insbesondere, wenn Du das Geschlecht nicht wissen möchtest, solltest du Deinen Frauenarzt vorab informieren. 

Basis Ultraschall in der Schwangerschaft

Der Frauenarzt untersucht im gesamten Schwangerschaftsverlauf dreimal mit einem Ultraschall, ob die Schwangerschaft normal verläuft und ob sich das Baby zeitgerecht entwickelt. Zudem wird die Lage der Plazenta geprüft und auch die Menge des Fruchtwassers kontrolliert. Natürlich wird Dein Baby auch vermessen, denn die Größe gibt Aufschluss darüber, in welcher Schwangerschaftswoche Du Dich befindest. Diese Informationen werden im Mutterpass eingetragen und helfen Dir, Dich gut auf die Geburt vorzubereiten.

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Ultraschall in der Schwangerschaft zwischen der 9. und 12. SSW

Die meisten Frauen werden irgendwann zwischen der 9. und 12. SSW das erste Mal zum Frauenarzt gehen. Dieser erste Ultraschall in der Schwangerschaft soll eine intakte Schwangerschaft bestätigen und ausschließen, dass sich die befruchtete Eizelle wo anders als in der Gebärmutter eingenistet hat (z.B. Eileiterschwangerschaft). 

Schon jetzt wird Dein Baby zum ersten Mal vermessen: Kopfumfang und Körperlänge helfen dabei, die korrekte Schwangerschaftswoche zu berechnen. So kann der Frauenarzt auch den Entbindungstermin (ET) berechnen. Natürlich darf das Wichtigste nicht fehlen: der Herzschlag wird ebenfalls kontrolliert. 

Beim ersten Ultraschall in der Schwangerschaft erfährst Du auch, ob Du eine Mehrlingsgeburt erwarten kannst. 

“Nach meiner Fehlgeburt war ich sehr nervös vor dem ersten Ultraschall. Ich schwankte zwischen Angst und Freude. Es war sehr aufregend.”

Ultraschall in der Schwangerschaft zwischen der 19. und 22. SSW

Der zweite Ultraschall in der Schwangerschaft verläuft im Prinzip genau wie der erste Ultraschall. Der Frauenarzt misst den Kopf Deines Kindes, sowie den Bauch. Jetzt wird auch der Oberschenkelknochen vermessen. Zudem erfolgt eine Beurteilung der Lage der Plazenta. 

Wenn Dein Frauenarzt eine entsprechende Qualifikation vorweisen kann, darf er bei Dir auch den erweiterten Basis-Ultraschall durchführen. Hierbei untersucht er einige Körperteile genauer: Kopf, Hals, Rücken, Brustkorb und Rumpf. 

All diese Informationen sollen dabei helfen festzustellen, ob Dein Baby gesund ist. Eine Deformation von Kopf oder Hirnkammern deutet oft auf Anomalien hin. Auch die Untersuchung des Herzen kann Aufschluss darüber geben, ob bei Deinem Baby etwas nicht stimmt.  

Ultraschall in der Schwangerschaft in der 29. bis 32. SSW

Im letzten Trimester kommt auch der dritte Ultraschall in der Schwangerschaft. Dieser verläuft genauso wie der 2. Ultraschall. 

Zahlt die Krankenkasse weitere Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft?

Wenn bei einem der drei Basis-Ultraschalluntersuchungen Unregelmäßigkeiten auftreten, sollte Dein Frauenarzt weitere Untersuchungen durchführen. Das bezeichnet man dann als “Pränatale Diagnostik”. Damit der Frauenarzt das Herz und den Blutfluss innerhalb der Gefäße genau untersuchen kann, nimmt er eine sog. Dopplersonographie vor. Damit Fehlbildungen der Organe und der Gliedmaßen ausgeschlossen werden können, kann der Frauenarzt einen Feinultraschall (auch Organultraschall genannt) durchführen. 

Viele Paare entscheiden sich auch für eine Nackenfaltenmessung. Hierbei der Nackentransparenz-Test durchführt. Dabei untersucht ein fachkundiger Frauenarzt, ob sich im Nackenbereich Flüssigkeit angesammelt hat. Dieser Wert kann Hinweise auf ein Down-Syndrom geben.

“Wir hatten einen Wert bei der Nackenfaltenmessung von 2,5. Nach dem Harmonie-Bluttest hatten wir eine Wahrscheinlichkeit für ein Down-Syndrom von 1:250. Wir haben uns gegen weitere Tests entschieden, aber die Schwangerschaft war dadurch schon sehr schwer für uns.”

Warum Babyfernsehen jetzt verboten wird

Vielen Müttern – ebenso mir – sind drei Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft zu wenig. Mir ging es nicht darum, ständig mein Baby zu sehen, sondern ich wollte wissen, ob das Herz noch schlägt. Meine erste Fehlgeburt hat mich so sehr geprägt, dass ich gerne bereit war, die zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen zu bezahlen. Wenn ich damals schon gewusst hätte, dass meine Hebamme die Herztöne auch hören könnte, wäre ich auch damit zufrieden gewesen. Aber das wusste ich nicht. Dir kann das heute aber die Beruhigung geben, die mir damals gefehlt hat.

Im Jahr 2021 gibt es eine neue Strahlenschutzverordnung, die teilweise freiwillige zusätzliche Ultraschalluntersuchungen verbietet. Diese Verordnung besagt, dass Frauenärzte mittels 3D und 4D nur noch medizinisch notwendige Untersuchungen durchführen dürfen. Dadurch, dass die Bilder bei diesen Untersuchungen sehr präzise sind, ist die Schallbelastung für das Kind sehr hoch. So zumindest wird das neue Gesetz verargumentiert. Anders sieht das die Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Sie kann trotz jahrelanger Forschungsarbeit keine Hinweise dafür finden, dass ein Ultraschall in der Schwangerschaft eine Gefährdung für das Kind darstellen. Das ist auch verständlich. Denn es wird immer schwierig sein, nachzuweisen, ob beispielsweise das Gehör eines Kindes wegen des Ultraschall geschädigt ist, oder ob eine andere Ursache vorliegt. Vorsicht ist also besser als ein Schaden. Dieses Motto gilt für alle Empfehlungen der Schwangerschaft. Auch für die Untersuchungen. Schließlich soll dein Baby ja bewahrt und nicht gefährdet werden. Deshalb sollen nur Ultraschall-Untersuchungen gemacht werden, die wirklich wichtig sind.

Ein zusätzlicher Ultraschall ist also nur dann sinnvoll, wenn er medizinisch notwendig ist. Das kann der Frauenarzt mit dir gemeinsam entscheiden. Das sind dann Untersuchungen, die weiterhin erlaubt sind. Denn sie bringen einen medizinischen Nutzen. Du darfst dich für die Ultraschalluntersuchungen entscheiden. Du darfst entscheiden, dass du keine Ultraschalluntersuchungen haben möchtest. Die Verordnung verhindert nicht dein Wissen. Sie schützt aber dich und dein Baby vor Schallwellen, die keinen Nutzen bringen.

Autorenbox

Julia Schürer

Julia Schürer

Redakteurin bei elternundbaby.com

Bloggen ist meine Leidenschaft. Ich baute mir nebenbei einen Backblog und später einen Mamablog auf. Vor meiner Schwangerschaft arbeitete ich bei einem Online-Händler für Baby- und Kinderartikel.

Heute unterstütze ich zusätzlich als Blogger-Business-Coach und verhelfe Unternehmern und Bloggern durch SEO und Content Marketing mehr Reichweite in den Online Medien.

Katharina Jeschke

Katharina Jeschke

Gründerin von elternundbaby.com und Hebamme

Als Geburtshausleiterin, Hebamme und Mutter unterstütze ich Frauen dabei ihre Herausforderung während, vor und nach der Schwangerschaft besser zu bewältigen.

Um noch mehr Frauen zu erreichen, startete ich elternundbaby.com. Ich freue mich darauf, dich hier begrüßen zu dürfen.