Die meisten von uns lieben den Sommer. Nur zu heiß darf er nicht sein. Sommerhitze macht nämlich auch uns ganz schön zu schaffen. Und deinem Baby erst recht. Mehr noch: Hitze kann ihm besonders schnell sehr gefährlich werden. 

Gerade für die jüngsten Familienmitglieder sind heiße Sommertage eine besondere Herausforderung. Denn Baby können vor ihrem ersten Geburtstag ihre Körpertemperatur noch nicht ausreichend selbst regulieren können. Vor allem bei sehr jungen Kindern klappt das noch nicht, weil ihr vegetatives Nervensystem dafür noch nicht ausgereift genug ist. Deshalb ist dein Kleines darauf angewiesen, dass du für Abhilfe bei hochsommerlichen Temperaturen sorgst. 

Klären wir erstmal, was der Wetterdienst unter „hochsommerlichen Temperaturen“ versteht: Als einfacher „Sommertag“ wird ein Tag bezeichnet, an dem die Lufttemperatur 25,0° Celsius erreicht oder leicht überschreitet. Viele von uns könnten das noch als angenehm empfinden – Babys jedoch nicht. Als „heißer Tag“ gilt, wenn die Lufttemperatur 30,0 °C und mehr erreicht. Bevor das Säuglingen richtige Probleme bereitet, sind die Eltern gefragt.

Doch lange nicht alles, was für Erwachsene bei Hitze hilfreich oder wohltuend ist, tut auch Babys gut. Beispielsweise spüren wir „Großen“ durchweg eine Erleichterung, wenn uns an heißen Tagen der Luftzug eines Ventilators um die Nase weht. Babys hingegen dürfen weder dem Ventilator-Luftstrom noch Zugluft ausgesetzt werden. Dabei können sie nämlich schnell auskühlen und sich erkälten. Deshalb sollte auch das Babybettchen keinesfalls im Durchzug stehen. 

Hier habe ich für euch einige Tipps zusammengestellt, wie die Kleinsten gut durch heiße Sommertage kommen und dabei schön „cool“ bleiben. 

Hitze meiden: Bei hohen Temperaturen ist es besser, mit Neugeborenen das Haus nach Möglichkeit gar nicht erst verlassen. Wenn du das an manchen Tagen nicht einrichten kannst, sollte euer Aufenthalt im Freien auf das absolute Minimum reduziert werden: Gehe mit deinem Kind nur raus, wenn es unbedingt nötig ist. Und meide dabei vor allem die Mittagszeit als wärmste Tageszeit, wenn du mit dem Baby unterwegs sein musst. 

Auf Ozonwerte achten: Auch ein Blick auf die tagesaktuelle Ozonkonzentration draußen zeigt an, wann es ggf. ratsamer ist, mit dem Kind zu Hause zu bleiben. Aufenthalte im Freien solltest du auf den frühen Vormittag zu legen. Im Verlauf eines Tages treten zwischen 14 und 17 Uhr nämlich die höchsten Ozonwerte auf. Deshalb: Lüfte auch das Kinderzimmer dann am besten auch nur am Vormittag.  

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte der Mittelwert 100 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft (µg/m³) nicht überschreiten. Das wird in Europa jedoch anders gesehen. Hier gilt 120 µg/m³ als Grenzwert, der die Gesundheit bereits belasten kann. Bei einer Ozonkonzentration ab 180 (µg/m³) werden bestimmte Verhaltensregeln (z.B. kein Outdoor-Sport) als erforderlich angesehen. Ab dem Schwellwert von 240 µg/m³ geben die Behörden Ozonalarm. Diese Werte sind jedoch alle auf erwachsene Personen ausgerichtet. Kinder sind da noch gar nicht mitgedacht! 

Insbesondere für Babys und Kleinkinder mit ihrem hohen Sauerstoffbedarf bedeutet Ozon aber ein großes Risiko: Sie atmen in Ruhe nämlich proportional genauso viel Luft ein wie ein erwachsener Mensch – nehmen also in Relation zu ihrer Größe ein Vielfaches an Ozon auf. Hier gilt: Je jünger dein Kind ist, desto empfindlicher reagiert es auf erhöhte Ozonwerte.  

Ist es mehrere Tage hintereinander sonnig und heiß, steigt die Ozonkonzentration. Das ist vor allem von Mai bis September der Fall. Ozon ist ein sogenanntes Treibhausgas, das in die Atemwege eindringt. Es kann die Schleimhäute und Augen reizen, trockenen Husten auslösen oder für Kurzatmigkeit bis hin zum Asthmaanfall sorgen. 

Übrigens: Auch wenn du schwanger bist und gerade in den letzten Schwangerschaftsmonaten solltest du bei erhöhten Ozonwerten vorsichtig sein, denn Schwangere haben ein verringertes Atemvolumen. 

Mit Kind im Schatten bleiben: Nicht nur für sehr junge Säuglinge gilt, dass dein Kind keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein sollte. Outdoor ist der richtige Platz mit Kind deshalb immer im Schatten, um Sonnenbrand und Sonnenstich vorzubeugen. Die zarte Kinderhaut hat nämlich noch keinen eigenen UV-Schutz aufgebaut. 

Dennoch lautet die Empfehlung, im ersten Lebensjahr auf Sonnenschutzcreme zu verzichten. Die chemischen Inhaltsstoffe würden die noch sehr empfindliche Haut der Kleinen zu stark belasten. Wenn doch eine Sonnenschutzcreme nötig ist, dann ist es wichtig, dass diese auf mineralischer Basis ist und einen hohen Lichtschutzfaktor aufweist. 

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Kinderzimmer kühl halten: Wer die Sonne, die durchs Fenster den Raum aufheizt, mit Rollos, zugezogenen Gardinen o. ä. aussperrt, sorgt auch im Kinderzimmer für angenehmere Temperaturen. Für sanfte Abkühlung durch verdunstendes Wasser eignen sich zu Hause prima feuchte (Hand)Tücher, die man im Raum aufhängt. Falls eure Fenstervorhänge das zulassen, könnt ihr sie auch mit einer Blumenspritze anfeuchten. 

Das Baby nicht zusätzlich „aufheizen“:I ch kenne viele Eltern, die an heißen Tagen auch darauf verzichten, ihr Baby längere Zeit im Tragetuch bzw. in einer Babytrage zu tragen. Grundsätzlich stehen die Vorteile des Tragens natürlich außer Frage, mehr dazu kannst du hier lesen. 

Die Tragevorrichtungen wirken allerdings wie eine zusätzliche Kleidungsschicht. Was das an heißen Tagen bedeutet, kannst du dir ausmalen: Ist der Säugling noch dazu dicht an Mamas oder Papas Körper geschmiegt, wird er regelrecht „aufgeheizt“. Deshalb ist es wichtig, dass dein Baby besonders an heißen Tagen in einer Trage oder einem Tragetuch getragen wird, das ausschließlich aus atmungsaktiven Materialien besteht (beispielsweise 100% Baumwolle).

An heißen Tagen erscheint vielen Mamas der Transport des Babys in einem Kinderwagen daher sinnvoller. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Damit auch im Kinderwagen kein Hitzestau entsteht, verzichte darauf, die Öffnung am Verdeck mit einem – auch noch so dünnen Tuch – gegen Sonneneinstrahlung abzudecken. Darunter kann schnell ein gefährlicher Hitzestau entstehen. Ein Sonnenschirm bzw. -segel schützt auch und garantiert Luftzirkulation. 

Passende Kleidung wählen: Bodys, Strampler, Shirts u. ä. aus Naturmaterialien wie etwa Baumwolle, Seide, Leinen oder Bambusfasern sind nicht nur bei Wärme eine gute Wahl. So kann Babys Haut atmen. Gleichzeitig nimmt der Stoff Feuchtigkeit auf. So profitieren die Kleinen von einem angenehm kühlenden Tragegefühl. 

Für den Aufenthalt am Strand, Badesee oder im Freibad gibt es spezielle UV-Schutzkleidung für Kinder. Outdoor ist im Sommer auch ein luftiger Sonnenhut, der Kopf und Nacken gegen die Sonne schützt, ein unverzichtbares Accessoire. Auch die Kopfbedeckungen für Babys und Kleinkinder sind vielfach mit extra UV-Schutz ausgestattet. Idealerweise besitzen sie außerdem einen angenähten Stoffschutzlappen, der Ohren und Nacken bedeckt.

Babys sind auch empfindlich gegenüber großen Temperaturunterschieden. So können sie rasch auskühlen, wenn sie von warmer Umgebungstemperatur in einen kühlen Raum kommen. Das können Eltern durch Kleidung ausgleichen. Oft reicht bereits ein leichtes Tuch, in das du dein Baby dann hüllst. 

Wenn du dir unsicher bist, ob deinem Baby zu warm oder zu kalt ist, hilft der altbewährte Griff mit zwei Fingern in den Nacken deines Kindes. Fühlt es sich dort angenehm warm an, ist alles in Ordnung. Ist die Haut feucht bzw. verschwitzt, ist dem Kind zu warm und Eltern sollten unverzüglich handeln. Ergänzend ist aber wichtig, dass du auch auf die Temperatur der Hände und Füße achtest. Diese sollen immer angenehm warm sein.

Zum Schlafen reicht deinem Kind in warmen Sommernächten regelmäßig ein Baumwollbody mit langen Ärmeln im dünnen Sommerschlafsack. Es gibt auch Kombinationen aus Bodys und Schlafsäcken. Diese Bodystrampler sind besonders praktisch, wenn es sehr warm ist.

Wenn es passt, kannst du den Babypopo bei großer Hitze zumindest vorübergehend auch von seiner Windel befreien. Die Kleinen lieben es nicht nur, „untenherum“ frei zu strampeln, sondern die Maßnahme sorgt auch für Luft am Po. Gerade unter undurchlässigen Einmalwindeln kann es nämlich ungesund warm werden. 

Mit Wasser erfrischen: Zweifellos sorgt das Planschen im, am und mit Wasser an warmen Sommertagen für Abkühlung und Spaß. Das gilt auch für Babys. Verzichte jedoch darauf, dein Baby im Badesee, im Meer oder im nicht beheizten Schwimmbecken zu baden. Dabei würde es zu schnell auskühlen. 

Für eine kleine Erfrischung zu Hause kannst du dein Kind ein wenig im lauwarmen Wasserbad planschen lassen. Alternativ bietet ein feuchter Waschlappen Abkühlung, mit dem du Babys Körper betupfst. Die Feuchtigkeit verdunstet auf der Haut und kühlt. Auch dabei bitte nur lauwarmes Wasser verwenden.

Zusätzlich zu den Milchmahlzeiten den Durst löschen? Immer wieder werde ich gefragt, ob Säuglinge, die noch ausschließlich gestillt oder per Fläschchen ernährt werden, an heißen Tagen zusätzliche Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßten Tee benötigen. Darauf kann ich euch versichern: NEIN. 

Muttermilch ist zu Beginn einer Stillmahlzeit stets etwas wässriger, um den Durst des Kindes zu löschen. Nachdem das Baby eine Weile gesaugt hat, wird die Milch gehaltvoller für den Energienachschub. Biete deinem voll gestillten Baby an warmen und heißen Tagen also einfach öfter die Brust an. Möglicherweise verlangt es auch selbst öfter danach, trinkt aber kürzer, um eben seinen Durst zu stillen. 

Und auch die Babynahrung aus dem Fläschchen ist so konzipiert und zusammengesetzt, dass Säuglinge keine zusätzliche Flüssigkeit benötigen.  

Anders sieht es aus, wenn dein Kind bereits im Übergang zum Kleinkindalter ist und schon weit mit der Einführung der Beikost ist. In dem Fall kannst du ihm ruhig zusätzlich etwas Wasser anbieten. Jetzt sorgt auch stark wasserhaltiges Obst und Gemüse für eine willkommene Erfrischung. Leicht gekühlt, sind jetzt beispielsweise Wassermelone, Erdbeeren, Aprikosen, Tomaten oder Salatgurke in handlichen Stücken ein Genuss für das Kleine. Übrigens: Gefrorenes, leicht angetautes Obst lässt sich prima pürieren und eventuell mit einem Klecks Naturjoghurt oder Quark versetzen. So wird daraus ein erfrischendes gesundes Eis, das nicht nur den Jüngsten schmeckt.

Weil Babys so empfindlich auf Temperaturunterschiede reagieren, ist es wichtig, dass du auch erkennen kannst, wie du die Symptome der thermischen Notfälle, also der zu großen Hitze, aber auch der Unterkühlung erkennen und reagieren kannst. Hier findest du den passenden Online-Erste Hilfe Kurs für Säuglinge und Kinder.

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Katharina Jeschke

Katharina Jeschke

Gründerin von elternundbaby.com und Hebamme

Als Geburtshausleiterin, Hebamme und Mutter unterstütze ich Frauen dabei ihre Herausforderung während, vor und nach der Schwangerschaft besser zu bewältigen.

Um noch mehr Frauen zu erreichen, startete ich elternundbaby.com. Ich freue mich darauf, dich hier begrüßen zu dürfen.